Open menu
   

   

IVZ vom 25.06.2018 von Dietlind Ellerich

 

Priestertum-Hagenbrock ohne König

Schützen machen das Beste draus

 

Der Vorstand des Schützenvereins mit dem Königspaar von 2017, Marek Meyer und Annika Westerhoff, will den Blick nach vorne richten. Foto: privat

Für den Vorstand des Schützenvereins Priestertum-Hagenbrock war es ein Schock, als am vorletzten Wochenende niemand König werden mochte.

„Das ganze Jahr hat man die Arbeit, und dann so was“, erinnert sich der Vorsitzende Reinhard Biemann an den Augenblick, als klar war, dass es in diesem Jahr mit der Königswürde nichts werden würde. Froh ist er am Samstag darüber, dass er seinem ersten Impuls, das Schützenfest ganz abzusagen, nicht folgte. Nach „einer Nacht drüber schlafen“ sah die Welt schon anders aus. „Nicht lange Wunden lecken, den Blick nach vorne richten, das Beste draus machen und dennoch feiern“, gab der Vorstand als Devise aus.

Die Stimmung am Wochenende gab ihm recht. Gut gelaunt meisterten die Schützen am Freitag ihr traditionelles Fußballturnier, das das „Team Bauwagen Bruch“ knapp vor der Mannschaft „Mama Remos“ gewann.

Viele Mitglieder schlossen sich am Samstag nach dem Gottesdienst im Festzelt dem Spielmannszug Recke-Langenacker an, um den amtierenden König abzuholen. Da Marek Meyer in Laggenbeck wohnt und wegen des Fußballspiels am Abend die Fahrt dorthin zeitlich nicht gepasst hätte, hatten die Verantwortlichen das Geschehen mit Umtrunk auf den Bolzplatz der Wöstensiedlung verlegt.

Vor den Anpfiff und den Schützenball hatte Biemann am Abend das Abnehmen der Kette und das Anbringen der Königsplakette gesetzt. „Ansonsten ändert sich heute am Ablauf nichts, lediglich der Königstisch fehlt“, betonte er.

Statt der Proklamation standen am Sonntag die Jubilarehrung sowie das Schießen von 30 ehemaligen Königinnen und Königen an. Unter dem Motto „Wir können es noch“ ging es um die offizielle Einweihung des neuen Schießstands sowie um Ehrungen und Sonderplaketten für diejenigen, die die Nasen vorn hatten.

„Endlich“ stellte Dieter Beckemeier im Hinblick auf das Schießen der Ehemaligen fest. Mit Leonhard Osterbrink hatte er ein solches Schießen bereits zum 50-jährigen Vereinsjubiläum vor sechs Jahren geplant.

 

 

Vor 25 Jahren errangen Wolfgang und Hedwig Tietmeyer die Königswürde. Der Vorstand überreichte eine goldene und silberne Plakette. Brit-Marie Albers und Julian Bleitner, das Kinderkönigspaar des vergangenen Jahres, überreichten die Königskette an Greta Lipka und Nicklas Bleitner, die in diesem Jahr das Kinderkönigspaar stellen. Unter dem Motto „Wir können es noch“ beteiligten sich 30 ehemalige Könige und Königinnen aus 56 Vereinsjahren an einem spannenden Vogelschießen. Gleichzeitig wurde mit diesem Schießen der neu erbaute Vogelschießstand in Priestertum-Hagenbrock offiziell eingeweiht.

Was am vorletzten Wochenende beim Königsschießen geschehen ist, möchte der Vorstand gemeinsam mit den Mitgliedern aufarbeiten. „Keiner will, dass das nochmal passiert, deshalb müssen wir die Gründe erfragen“, macht Biemann deutlich. Keine Zeit, kein Geld, es gebe mehrere Gründe, die eine Rolle spielen könnten, ist ihm bewusst. „Dass es wegen anderer Aktivitäten wie Schulentlassungen zeitlich nicht passt“, leuchtet ihm ein. Mit dem Vorurteil, dass das Jahr für das Königspaar und sein Gefolge den finanziellen Ruin bedeuten könnte, räumt der Vorstand auf. „Das sind für alle zusammen deutlich unter 1000 Euro“, stellen die Männer klar, dass die Königswürde keine Königsbürde ist.