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IVZ vom 11.01.2023 von Andreas Winnemöller

 

Brauchtum und Zusammenhalt

400 Jahre BSV Dreierwalde: Ein Blick in die Vereinsgeschichte

 

Schon beim Schützenfest 2022 dachten die Schützen an das Jubelfest im Jahr 2023
und stellten sich zu diesem Foto auf. | Foto: Andreas Winnemöller

 

Bevor der Bürgerschützenverein Dreierwalde in diesem Jahr sein 400-jähriges Jubiläum feiert, blicken wir auf die Anfänge des Vereins. In den vielen Jahren hat sich eines nicht geändert: Die Mitglieder halten ihrem Verein schon immer die Treue.

Das Jahr 2023 ist für den Bürgerschützenverein Dreierwalde 1623 ein in jeder Hinsicht besonderes Jahr. Der knapp 650 Mitglieder zählende Verein feiert im Mai sein 400-jähriges Jubiläum. Es soll ein großes Spektakel werden, bei dem unzählige Gäste dabei sein werden. Befreundete Gastvereine, Gäste aus Dreierwalde, Gäste aus nah und fern. Zu Beginn des Jubiläumsjahres, rund vier Monate vor dem großen Jubiläumsfest, blicken wir zurück auf die Anfänge des Vereins, seine Entwicklung und das, was er heute ist. Kurzum: ein Blick auf 400 Jahre Brauchtum, Gemeinschaft und Zusammenhalt.

1623. Das Gründungsjahr des Vereins geht aus einer mündlichen Überlieferung hervor und ist nicht mehr schriftlich dokumentiert. Einige ältere Menschen aus Dreierwalde erinnern sich aber noch daran, dass dieses Gründungsjahr auch auf einer alten Vereinsfahne gestanden habe. Jene Vereinsfahne, die irgendwo in den Wirrungen des Zweiten Weltkrieges wohl von einem schottischen Soldaten als Kriegsbeute mitgenommen wurde. Ein Krieg war auch der Grund dafür, dass der Verein vor 400 Jahren überhaupt entstanden ist. Mitten im Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 auch in Europa tobte, wurde Dreierwalde im Jahr 1623 von Plünderern heimgesucht, belegen historische Urkunden. Zum Schutze des Dorfes und seiner Menschen vor solchen Plünderern gründeten damals rund 20 Männer eine Bürgerwehr. Aus dieser Bürgerwehr entwickelte sich später der heutige Bürgerschützenverein Dreierwalde 1623.

Als der Dreißigjährige Krieg endete, gab es für die Bürgerwehr zwar keine Feinde mehr zu bekämpfen, die Gilde jedoch blieb bestehen. Man traf sich weiter zur Pflege von Geselligkeit und Brauchtum. Der Überlieferung nach fand schon in den 1820er-Jahren ein jährliches Schützenfest statt, bei dem mit Waffen auf einen Vogel in Schwanengestalt geschossen und so der König ermittelt wurde. In der Geschichte des Vereins gab es immer wieder Zeiten, in denen das aktive Vereinsleben fast zum Erliegen kam. Das war um 1900 herum missionsbedingt so, und natürlich hemmten insbesondere die beiden Weltkriege die Entwicklung des Schützenvereins.

Seit dem Jahr 1922 schießt der Verein bei jedem Schützenfest einen Jung- und einen Altbürgerkönig aus. In dem Jahr hieß der Vereinsvorsitzende Clemens Kröger. Gerade einmal acht weitere Vorsitzende folgten in den 100 Jahren danach bis heute. Namentlich sind das Gustav Heuvers (1928 bis 1945), Ferdinand Vennemann (1945 bis 1947), Franz Winnemöller (1947 bis 1960), Albert Busjan (1960 bis 1970), Walter Wenninghoff (1970 bis 1987), Gerd Ernsting (1987 bis 2005), Ralf Wolters (2005 bis 2021), und seit 2021 ist der Vereinsvorsitzende Michael Winnemöller.

Stetig entwickelt hat sich der Verein auch bei seinen Mitgliederzahlen. Nach dem Start mit rund 20 Mitgliedern zählte der BSV gut 300 Jahre später, im Jahr 1929, 135 Mitglieder. Bis Ende der 1970er-Jahre hatte sich diese Zahl mehr als verdreifacht, und im Jahr 2022 zählte der Verein stolze 641 Mitglieder. Einen Mitgliederrückgang gab es in den 400 Jahren dem Vernehmen nach nie.

So wie die Mitgliederzahlen entwickelt sich auch der Verein als solches stetig weiter. „In Treue zum Alten die Zukunft gestalten.“ Von diesem Vereinsmotto spricht auch der aktuelle erste Vorsitzende, Michael Winnemöller, in seinem Grußwort in dem gerade erschienen Festbuch zum 400-jährigen Jubiläum. Das Buch ist erhältlich bei Herbers, ATS, Salon Martina und der Tankstelle Pludra). Es sei dem Verein immer gelungen, alle Altersgruppen anzusprechen und offen für Veränderungen zu sein. „Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt verbinden Jung und Alt“, so Winnemöller weiter.

Eine der größten Herausforderungen für den Schützenverein stammt noch aus der jüngeren Vergangenheit. Die Corona-Pandemie brachte auch das Vereinsleben des BSV nahezu zum vollständigen Erliegen. 2020 und 2021 musste das Schützenfest und damit das Herzstück des Vereins jeweils abgesagt werden. Aber auch hier zeigte sich der Verein modern und erfinderisch. Man stellte ein coronakonformes Ersatzprogramm auf die Beine. Dafür gab es vor allem in Dreierwalde, aber auch über dessen Grenzen hinweg viel Beachtung und Anerkennung.

Für das große Jubiläum, das am 12. und 13. Mai gefeiert wird, sieht der Verein sich nun bestens gewappnet. Die Planungen und Vorbereitungen laufen bereits seit November 2021. Es soll ein großes Fest werden, zu dem man das ganze Dorf in dessen Mitte versammeln möchte. Eine Woche später folgt noch das reguläre Schützenfest.

 

Der Vorstand, die Offiziere und die Königspaare, die die Dreierwalder Schützen beim Jubelfest anführen werden
(vorne, ab 3.v.l.) Marcel Fleege, Laura Franke, Lena Schräder, Mika Nähring, Bettina Uden und Thomas Stockel-Siepker.
Foto: Andreas Winnemöller